Wie sich Ebola ausbreitet: Die Tragödie eines Arztes
Wie sich Ebola ausbreitet: Die Tragödie eines Arztes
Um zu veranschaulichen, wie Ebola von Mensch zu Mensch übertragen wird und welche Schwierigkeiten Fachleute bei der Bekämpfung dieser Krankheit haben, folgt hier die Geschichte eines Arztes in Port Harcourt, der unwissentlich mit dem Virus infiziert wurde. Er starb an der Krankheit.
Der Arzt infizierte sich mit Ebola, als ein infizierter Diplomat (der angewiesen worden war, in Lagos zu bleiben) heimlich nach Port Harcourt reiste und von diesem Arzt behandelt werden wollte. Der Diplomat gab nicht an, dass er Ebola hatte, und kehrte nach seiner Genesung nach Lagos zurück.
In der Zwischenzeit hatte der nun infizierte Arzt engen Kontakt zu Familie, Freunden und medizinischem Personal. Der Arzt begann, Symptome der Infektion zu entwickeln, setzte aber, da er nicht wusste, dass der Diplomat ihn angesteckt hatte, seine Patientenbehandlung in seiner Privatklinik für zwei Tage fort und operierte dabei mindestens zwei Patienten. Schließlich wurde er so krank, dass er zu Hause blieb, empfing jedoch mehrere Besucher. Der Arzt selbst wurde schließlich hospitalisiert, immer noch ohne zu wissen, dass er Ebola hatte.
Während seines sechstägigen Krankenhausaufenthalts wurde er von einem Großteil des Krankenhauspersonals betreut, und Mitglieder seiner Kirchengemeinde besuchten ihn und führten ein Heilungsritual durch, das offenbar das Auflegen der Hände beinhaltete.
Die Diagnose einer Ebola-Infektion wurde erst fünf Tage nach dem Tod des Arztes bestätigt. Jetzt ist seine Frau (ebenfalls Ärztin) mit Ebola im Krankenhaus, und mindestens 200 Personen, die Kontakt zu dem verstorbenen Arzt hatten, werden überwacht. In den kommenden Tagen und Wochen werden in dieser Gruppe weitere Ebola-Fälle auftreten, und dann wird deren Kontaktkreis weitere Fälle hervorbringen, und so weiter.
Die mangelnde Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden (durch den Diplomaten), gepaart mit Täuschung (das Verschweigen der Ebola-Infektion) und dem fehlenden Verdacht auf Ebola (beim Arzt) – all dies trug zu dieser Tragödie bei.
Inzwischen gab es etwa 3.500 Fälle in Liberia, Sierra Leone, Guinea, Nigeria und Senegal, bestätigte WHO-Direktorin Margaret Chan am Mittwoch.