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Neue Variante der Vogelgrippe in China – Update

RSJ
Ronald St. John
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Neue Variante der Vogelgrippe in China – Update

Bislang haben die chinesischen Behörden insgesamt 38 Patienten mit dem Influenza-A-(H7N9)-Virus in verschiedenen Städten Chinas gemeldet. Es gab bisher 10 Todesfälle, und 19 der 38 Patienten befinden sich in einem kritischen Zustand. Neun der Fälle verliefen mild. Die Tatsache, dass einige Fälle mild waren, könnte bedeuten, dass es in der Bevölkerung mehr Fälle gab, die sehr leichte Infektionen hatten und keine medizinische Hilfe suchten, und daher nicht gemeldet wurden. Mehr als 760 enge Kontakte der bestätigten Fälle werden engmaschig überwacht, ohne Anzeichen einer Erkrankung. Bisher gibt es keine Hinweise auf eine Übertragung dieses Virus von Mensch zu Mensch.

Wissenschaftler möchten dringend herausfinden, wie dieses Virus Menschen infiziert, da einige Patienten es möglicherweise kurz vor ihrer Erkrankung von Geflügel oder anderen Tieren bekommen haben, andere jedoch nicht. Das Virus wurde in Hühnern, Tauben und Enten auf Lebendgeflügelmärkten in Shanghai und Hangzhou nachgewiesen. Zehntausende Vögel wurden gekeult, und Geflügelmärkte in Shanghai, Nanjing und Hangzhou wurden geschlossen.

Wissenschaftler untersuchen die Gene des neuen Virus, das in den Vögeln gefunden wurde, um zu sehen, wie ähnlich es den bei Patienten gefundenen Viren ist. Forscher wissen, dass H7-Influenzaviren hauptsächlich Wildvögel wie Enten, Gänse, Watvögel und Möwen infizieren und gelegentlich auf Geflügelbestände überspringen. Aber dieses H7N9-Virus wurde in der Region noch nicht bei Wildvögeln nachgewiesen. Unabhängig davon, wo das Virus seinen Ursprung hat, ist eine entscheidende Frage, ob es sich in Geflügel etablieren könnte, wodurch ein Reservoir entstehen würde, das zu anhaltenden, sporadischen menschlichen Infektionen führen könnte. H7N9 verursacht keine schwerwiegende Vogelkrankheit, was die Bemühungen, herauszufinden, wie weit es sich ausgebreitet hat und wie es kontrolliert werden kann, erheblich erschwert.

Es gibt einige Bedenken, dass die genetische Analyse zeigt, dass diesem Virus bereits 3 der 5 Mutationen fehlen, die für eine Übertragung von Mensch zu Mensch notwendig sind. Ob es die zusätzlichen Mutationen erwirbt, ist derzeit reine Spekulation. Es ist zu früh, um vorherzusagen, wie sich die Ereignisse entwickeln werden.

Die Weltgesundheitsorganisation beobachtet die Situation genau und empfiehlt derzeit keine Reisebeschränkungen. Reisende sollten dennoch Vorsicht walten lassen und Lebendgeflügelmärkte meiden. Regelmäßiges Händewaschen verringert das Risiko einer Infektion mit jedem Influenzavirus.

RSJ
Verfasst von Ronald St. John