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Steigende Fluten, versinkende Inseln: Der Kampf um die Existenz der Malediven
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Steigende Fluten, versinkende Inseln: Der Kampf um die Existenz der Malediven

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von Muazzam Khursheed

Im Indischen Ozean gelegen, sind die Malediven ein Inselstaat, der aus 26 Atollen mit einer Gesamtfläche von nur 300 Quadratkilometern besteht und etwa 750 Kilometer vom asiatischen Festland entfernt liegt, südwestlich von Sri Lanka und Indien.

Strategisch günstig gelegen, ist der Inselstaat weltweit für seinen Tourismus und seine faszinierenden Meeresresorts bekannt. Laut einem im April dieses Jahres veröffentlichten Bericht “strebt das Land an, bis zum Jahresende insgesamt 1,9 Millionen Touristen zu empfangen.

Marines Ökosystem

Da die Nation im Zentrum des Ozeans liegt, beherbergt sie eine Vielzahl von Arten. Ein 2010 vom Ministerium für Wohnungswesen und Umwelt der Malediven veröffentlichter Bericht stellte fest, dass das Land in seiner Umgebung eine große Vielfalt unterschiedlicher Lebensräume aufweist, von Tiefsee, flachen Küsten- und Riffökosystemen bis hin zu Mangroven, Trockenland und Feuchtgebieten. Der Bericht führte auf:

  • 187 Arten von riffbildenden Korallen
  • 1100 Fischarten
  • 21 Arten von Walen und Delfinen
  • Mehr als 145 Krabbenarten

Tourismussektor

Ursprünglich vom Fischfang abhängig, erlebte das Land 1972 einen Tourismusboom, woraufhin die Branche zur Haupteinnahmequelle wurde. Der Tourismussektor war auch der größte Devisenbringer des Landes und der größte Einzelbeitragszahler zum BIP. Er bietet nach wie vor rund 25.000 Menschen Arbeit.

Im Laufe der Jahre hat sich das Land als bedeutendes Touristenziel für Reisende aus aller Welt etabliert, wobei die Touristenzahlen die des Vorjahres übertreffen. Das Tourismusministerium meldete in seinen neuesten wöchentlichen Statistiken einen Anstieg der Touristenzahlen um 12,3 % im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres und erreichte bereits am 16. Juli selbst die millionste Touristenzahl des laufenden Jahres.

Kampf um die Existenz – Der Klimawandel

Da die steigenden globalen Temperaturen und der Klimawandel zunehmend tiefgreifende Auswirkungen auf den gesamten Globus zeigen, blickt der Inselstaat in eine beängstigende Zukunft. Unter den zahlreichen Folgen des Klimawandels sticht der Anstieg des Meeresspiegels als die kritischste Herausforderung für die Malediven hervor, da steigende Wasserstände in den kommenden Jahren ihre bloße Existenz bedrohen könnten. In den letzten 30 Jahren ist der Meeresspiegel weltweit um etwa 10 cm gestiegen. Dieser Anstieg hat eine bemerkenswerte Beschleunigung erfahren, von einem durchschnittlichen Anstieg von 1,5 mm pro Jahr für den größten Teil des 20. Jahrhunderts auf derzeit beängstigende 3,9 mm pro Jahr. Der Anstieg des Meeresspiegels wird weltweit vorhergesagt, aber auf den Malediven, wo die höchsten Punkte kaum mehr als zwei Meter über dem Meeresspiegel liegen, zählt jeder Zentimeter.

Ein Bericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC) stellte fest, dass der Meeresspiegel bis 2100 um bis zu 1,1 Meter steigen könnte. Da mehr als 80 % der Malediven weniger als einen Meter über dem Meeresspiegel liegen, scheint das bloße Überleben des Inselstaates gefährdet zu sein. Wenn keine angemessenen Maßnahmen ergriffen werden, könnte die Nation im Meer versinken.

Der Anstieg des Meeresspiegels ist eine große Herausforderung für Mohamed Muizzu, der am 17. November 2023 als neuer Präsident der Malediven vereidigt wurde. “Das Land wird den Wellen standhalten, indem es größere Inseln baut und große Landgewinnungsprojekte verfolgt”, hat der neue Präsident gesagt. Umweltorganisationen haben jedoch gewarnt, dass dies das Risiko von Überschwemmungen in dem tief liegenden Land möglicherweise erhöhen könnte.

In dem, was nun wie ein Kampf der Ideen erscheint, warnte der ehemalige Präsident Mohamed Nasheed, als er vor 15 Jahren sein Amt antrat, die Menschen davor, dass sie die ersten “Umweltflüchtlinge” in der Geschichte werden könnten, die eine Umsiedlung ins Ausland benötigen. Er war sogar noch einen Schritt weiter gegangen und äußerte den Wunsch, dass die Bürger der Malediven damit beginnen sollten, Geld beiseite zu legen, um Land in Australien oder einem der Nachbarländer wie Sri Lanka oder Indien zu kaufen. Der neue Präsident Muizzu hat jedoch erklärt, dass die Menschen nicht aus ihrem Land fliehen werden, da er über 500 Millionen Euro an externen Mitteln sucht, um sensible Strände zu erhalten.

Der Kampf gegen die Auswirkungen des Klimawandels und des steigenden Meeresspiegels, die sein Überleben direkt bedrohen, ist eine enorme Aufgabe für die Nation. Um die Bedenken auszuräumen, hat die Regierung kontinuierlich die Initiative ergriffen, nachhaltige Politiken umzusetzen, zusätzlich zur weltweiten Befürwortung von Klimaschutzmaßnahmen. Es ist jedoch unerlässlich zu erkennen, dass internationale Zusammenarbeit, wie der „Loss & Damages Fund“, der auf der COP 27 der UN-Klimakonferenz im letzten Jahr angekündigt wurde, der Schlüssel ist, der benötigt wird, um die Dringlichkeit des Problems, mit dem die Malediven und andere ähnlich gefährdete Orte konfrontiert sind, zu lösen.

Die Situation dient als ernüchternde Erinnerung an die dringende Notwendigkeit einer koordinierten, gemeinsamen Anstrengung, um den Klimawandel zu bekämpfen und die Zukunft von Nationen zu schützen, die besonders anfällig für Umweltprobleme sind.

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Der Autor absolviert derzeit einen Masterstudiengang in Public Administration und hat einen Bachelorabschluss in Commerce and Business Studies von der Jamia Millia Islamia, Delhi. Die geäußerten Ansichten sind persönlicher Natur.

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